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Kakushöhle

Die Kakushöhle wurde bereits vor 30.000 bis 80.000 Jahren von Neandertalern bewohnt( durch Funde belegt).

Kenntnisse darüber verdanken wir verschiedenen Ausgrabungen. Erste Grabungen fanden schon im 19. Jahrhundert statt, doch ist  nichts über sie bekannt. Wie die Felsinschrift am Höhleneingang besagt, wurden 1911 und dann noch einmal 1913 sehr umfangreiche Grabungen unter der Leitung von C. Rademacher sowohl in der großen wie auch in der kleinen Höhle veranstaltet.

1959 wurde der von L. Zotz angelegte Querschnitt durch die kleine Höhle von A. Herrenbrodt noch einmal freigelegt. Dies führte in der Folgezeit zu unerlaubten Raubgrabungen und erheblichen Zerstörungen an der noch erhaltenen Schichtsubstanz. Zur Sicherung wurde das Schichtprofil der kleinen Höhle dann ermauert und der Höhlenboden mit Baustahlmatten und Sand abgedeckt. 1970 schließlich wurde eine kleine Fläche beim Ortseingang der Haupthöhle untersucht, die noch ungestörte Schichten vom Ende der letzten Eiszeit erbrachte, die beim Bau der Treppen des Rundweges angerissen worden waren.

Die Funde der Rademacherschen Grabungen befinden sich heute im Römisch-Germanischen Museum in Köln. Die wichtigsten Werkzeugfunde in der Dauerausstellung sind für jedermann zu besichtigen. Funde und Unterlagen der Grabungen Zotz vom Jahre 1939 sind im Krieg verlorengegangen. Die nicht sehr zahlreichen Fundstücke aus den kleinen Untersuchungen von 1959 und 1970 befinden sich im Rheinischen Landesmuseum in Bonn. Weitere, oberflächliche auf dem Abraum der alten Grabungen aufgelesene Funde sind im T. Hürten-Museum in Bad Münstereifel und im Kreismuseum in Blankenheim ausgestellt.

Vor 12.000 Jahren machten Rentierjäger dort Rast; aus der Jungsteinzeit wurden Scherben gefunden, und auch die Kelten und Römer nutzten die Höhle. Die Funde sind heute im Römisch-Germanischen Museum in Köln aufbewahrt. Die Höhle ist frei zugänglich und bequem von einem Parkplatz an der Bundesstraße 477 zu erreichen, wo sich auch ein Kiosk und Toilettenanlagen befinden.

Laut der volkstümlichen Sage von Herkules und Kakus soll in dem Höhlensystem früher ein Riese namens Kakus gelebt haben. Laut Vergil soll hier Herkules auf seiner Reise von Gallien nach Italien Kakus getötet haben.

Besiedlungsgeschichte der Kartsteinhöhle

Die ersten Menschen, die die Kartsteinhöhlen mehrfach besuchten, waren sehr wahrscheinlich Neandertaler.

Im freien Land bauten die Neandertaler Hütten oder Zelte aus Hölzern, großen Knochen und Fellen. Auch in Höhlen bauten sie solche Hütten, wenn sie sich längere Zeit darin aufhielten. In der Kartsteinhöhle war wahrscheinlich eine Hütte in eine Nische der Höhlenwand eingebaut, die man heute zwischen dem Haupt- und dem Osteingang sehen kann. In oder vor dieser Hütte unterhielten ihre Bewohner eine Herdstelle, deren Aschereste gefunden wurden. An dieser Herdstelle bereiteten sie ihre Nahrung zu und fertigten auch die Steingeräte an, die dazu oder für die Herstellung weiterer Jagdgeräte nötig waren.

Hergestellt wurden die Steinwerkzeuge aus Feuerstein, der über 40 km von alten Maasschottern westlich von Düren herangebracht werden mußte. Obwohl wesentlich schlechter spaltbar, wurden auch viele Kieselsteine und Quarzitgerölle verarbeitet, weil sie in den Buntsandsteinablagerungen um Mechernich leichter zu beschaffen waren.Während der ältesten Besiedlung wurde ein charakteristischer Faustkeil zurückgelassen (Bild links), der als eine Art Universalgerät zum Hacken, Schneiden, Schaben usw. gedient haben könnte.

 

Von nachfolgenden Aufenthalten der Neandertaler sind viele Abfallstücke von Werkzeugherstellung am Orte belegt, so verschiedene Schaber (Bild rechts) und Spitzen (Bild unten), die zur Bearbeitung von Fellen und Holz benutzt werden konnten, etwa zur Herstellung einfacher Kleidungsstücke, die die Neandertaler ohne Zweifel trugen, wenn sie in Gruppen organisiert mit bis zu drei Meter langen Holzlanzen auf die Jagd nach großen Säugetieren gingen.

 

Gejagt wurden zu dieser Zeit in der Umgebung des Kartsteins hauptsächlich Rentier und Wildpferd, aber auch kleinere Tiere wie Schneehuhn und Schneehase, alle Arten, die an ein Leben in kaltem Klima und offener Landschaft angepasst waren.

Die letzten eiszeitlichen Besiedlungen der Kartsteinhöhlen waren meist von nicht allzu langer Dauer und fallen in die Zeit zwischen 14.000 und 8.000 v. Chr. In dieser Zeit wurden in  Frankreich und in Spanien die meisten der bekannten Höhlenmalereien angefertigt. Solche Malereien sind in den mitteleuropäischen Höhlen bisher nicht gefunden worden, wahrscheinlich, weil sie sich im rauheren Klima nicht erhalten konnten. Dass sie möglicherweise vorhanden waren, zeigen im gleichen Stil gefertigte Ritzzeichnungen auf Schieferplatten, wie sie in den letzten Jahren in großer Zahl auf einem Siedlungsplatz bei Gönnersdorf in der Nähe von Neuwied gefunden wurden. Ein Lagerplatz dieser Zeit mit zahlreichen Steinwerkzeugen wurde kürzlich vom Rheinischen Landesmuseum in Alsdorf bei Aachen ausgegraben.

Kakushöhle heute

Die Kakushöhle ist heute ein beliebtes Ausflugziel. Sie lädt zum Wandern und Verweilen ein.

Über das Gelände des Kartsteins und die Kakushöhle führt ein beschriebener Rundgang. An zahlreichen Stellen werden mittels Schautafeln Informationen zu Entstehung und Geschichte der Höhlenformation gegeben. Ein Teil des Weges ist barrierefrei.

 

Im Cafè  „Zur Kakushöhle“ (Bild links) findet man neben hausgemachten Kuchen und Salaten auch Thüringer Bratwurst vom Grill in der Speisekarte. Zudem bietet das Café Frühstück auf Vorbestellung an.

 

 

 


  Bild unten zeigt Rundweg

Beitrag: Wolfgang Meyer