Eisenerzabbau und Verhüttung in Eiserfey

Reitwerke entstanden im Spätmittelalter in der Eifel. Die ersten Hütten wurden z. B. in Eisenschmitt und Eiserfey bereits Anfang und Mitte des 14. Jahrhunderts gegründet. Ihre Verbreitung wurde durch einen erhöhten Bedarf der in dieser Epoche neu entstandenen Städte und durch spätmittelalterliche Preissteigerungen bei Fertigwaren und Preisverfall bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen begünstigt (diese Divergenz wurde wahrscheinlich durch den Bevölkerungsschwund infolge der Pest ausgelöst). Die so erwerbslos gewordene Landbevölkerung konnte in und um die Reitwerke ihr Brot verdienen: neben Fachkräften beschäftigten die Reitwerke und ihre Nebenbetriebe auch eine große Anzahl ungelernter Arbeiter für die Holzkohle- und Erzgewinnung sowie den Transport dieser Güter.

Aquarell von Helmut Schreiber

Beispielzeichnung eines Reitwerkes

Reitwerke vereinen zwei Produktionsschritte, das Verhütten und Schmieden des Eisens. Dazu wurden zwei hochmittelalterliche Innovationen eingesetzt, der Hochofen, der den seit Beginn der Eisenverarbeitung eingesetzten Rennofen ablöste, und die Wasserkraft, welche Blasebälge und Schmiedehämmer antrieb und die Eisenverarbeitung von den Höhen in die Täler lockte.

Die Hammerwerke befreiten mit den schweren, mechanisch arbeitenden Auswurf- oder Rohstahlhämmern die im Stückofen aus Eisenerz und Holzkohle zusammengeschmolzenen Rohlinge von Schlacken. Später wurden die Hämmer auch zum Recken und Breiten von Rohmaterial benutzt und brachten so die gewonnenen Rohlinge in die gewünschte Form. Bei Frost, Hoch- oder Niedrigwasser musste die Arbeit in den Reitwerken ruhen.

Im Einzelnen umfasste der Produktionsprozess eines Reitwerks folgende Betriebseinheiten und Gebäude: Blech nannte man den Platz, wo die angelieferten Erze und Kohlen gewogen wurden. Die Kohlen lagerten in einem eigenen Schuppen. Der Eisenstein wurde an einem eigenen Platz gewaschen und lagerte dann in einem Melder oder Möller bis zur Beschickung des Hochofens.

 

Historisches Pochwerk (Beispielzeichnung)

In der Früh- oder Frischschmiede wurde dem Roheisen der Kohlenstoff entzogen. In der Hammerschmiede wurde Stabeisen geschmiedet, in der Schlacken- oder Schnorrenmühle die Schlacken zerkleinert, Resteisen gesammelt und zum Schluss Sand hergestellt.

Sie war meist ein Pochwerk. Sechs Wasserräder wurden benötigt: Eines für das Gebläse des Hochofens, je zwei für Blasebälge und Hammer von Frühschmiede und Hammerschmiede und eines für die Schlackenmühle. In einem Graben wurde das Wasser gestaut und mit Hilfe von Erk (Wehr) und Schütz auf die Räder geleitet.

Der Holzkohlebedarf der Reitwerke (die Holzkohle zum Heizen und Reduzierung einsetzten) war sehr hoch. Für die Gewinnung von 15 Kilogramm Eisen mussten 23 Kubikmeter Holz verkokelt werden. Das führte in Eifel und Voreifel zum Kahlschlag der Buchen- und Birkenwälder, deren Holz am besten für die Holzkohle geeignet war, die in den Reitwerken Verwendung fand. Damit kam es zu einer empfindlichen Verknappung dieses Werkstoffes, auch wenn die Obrigkeit, die ansonsten die Ansiedlung von Reitwerken als willkommene Einnahmequelle förderte, diesem Raubbau durch Erlasse entgegentrat.

Die Randlage, in die die Eifler Eisenindustrie durch den Anschluss an Preußen nach 1815 geriet, war - verbunden mit der schlechten Verkehrsanbindung des zum Truppenaufmarschgebiet und Fichtenlieferanten degradierten „Preußisch-Sibirien“ - ein weiterer Grund für den Niedergang. Letztlich gab der technische Fortschritt, der zur Entstehung der Reitwerke und frühneuzeitlichen Eisenindustrie in Eifel und Voreifel geführt hatte, dieser Produktionsform den Todesstoß.

Durch den Einsatz von Koks bei der Eisenverhüttung und der witterungsunabhängigen Dampfmaschine bei der Weiterverarbeitung (v.a. in Walzwerken) verloren die Reitwerke ihre Wirtschaftlichkeit und wurden im Laufe des 19. Jahrhunderts in Eifel und Voreifel stillgelegt. Die Eisenindustrie wanderte in die Steinkohlenreviere und zu ergiebigeren Erzlagern ab.


Eiserfey war früher im Besitz der Benediktinerabtei Prüm. Eine Eisenhütte ist angeblich erstmals im 13. Jahrhundert nachweisbar. Ein Urbar des Jahres 1502 nennt zwei Höfe in Yserwey, die der Abtei Steinfeld gehören.

Im Jahre 1696 richtete Franz von Quentel (Pfandinhaber des Amtes Hardt) eine Anfrage an den Kurfürsten zu Köln, eine Eisenhütte in Eiserfey errichten zu dürfen. Am 6. Mai 1696 genehmigte der Kurfürst Josef Clemens von Köln die Errichtung einer Eisenhütte. 

1721 schließen Franz von Quentell und seine Ehefrau Anna Franciska geb. von Meinertshagen mit dem Kurfürsten einen Nutzungsvertrag über die Hütte. Die Hütte wird mit einer Hypothek von 2000 Reichstalern belastet. Diese wurde mit jährlich 5% verzinst. Diese Zinseinkünfte wurden vom Erzbischof Clemens August am 14. Oktober 1752 dem Kapuzinerinnenkloster zu Bonn übertragen.

Nach ihrer Errichtung wurden als Pächter Guinetti und Rotscheid erwähnt. 1769 - 1776 wurde die Hütte von Eilertz, Schultheiß zu Weyer, Theodor Hamacher und Josefa Latz gepachtet. Es mussten Holzteile des Hammers und des Kohlenschuppen erneuert werden. Der neben dem Kohleschuppen befindliche Hochofen musste neu gebaut werden. Dieser war 1802 noch in Betrieb, allerdings ist er in einem Lageplan aus der Franzosenzeit (1814) weder eingetragen noch erwähnt. 

Um 1800 gab es nach einer Beschreibung des königlich- preußischen- Kriegs-,Steuer- und Bergrat und Fabrikenkommissarius Friedrich August Alexander Eversmann aus dem Jahre 1802 in Eisefey 2 Reitwerke*, d. h. 2 Eisenhütten. 
 

1803 erwarb der Eisenfabrikant Henseler das ehemalige Kurkölner Altwerk in Eiserfey.
*Das  bedeutendere "Altwerk" hatte einen Hochofen mit Schlackenpochwerk,  einen Stabhammer mit einem Frischfeuer und einem Wärmefeuer. Die Besitzer beider Werke waren: Schmitz von der Heistartburg und der Kanonikus (Pastor)  von Eiserfey. 1826 waren Kanonikus Eilartz und Hüttenmeister Fingerhut Anteilshaber am Reitwerk Eiserfey (Quelle: Internetseite GeoMontanus).

Die eine Hütte, das Eiserfey- Altwerk war mit einem Hammerwerk verbunden. Sie lag im nördlichen Ortsteil nach Vussem zu, der heute noch im Volksmund  "Am Hammer" genannt wird.

Die zweite Hütte, Eiserfey- Neuwerk befand sich nach Aufzeichnungen an der Stelle, wo später die Pulverfabrik errichtet wurde. (Quelle:Schriftwechsel, betreffend die Umwandlung des ehemaligen Hüttenwerks "Neuwerk bei Eiserfey" in eine Pulvermühle durch die Firma Carl Kreuser jr. und Kompanie, sowie deren Explosion am 16.2.1866 und ihre Wiederinbetriebnahme, mit Gutachten und Revisionsattest des Kreisbaumeisters, 1865-1867;Landratsamt Schleiden Nr. 26, Aktenzeichen : C. 32)

Die frühere Geschichte dieser Hütten liegt weitgehend im dunkeln. Hier gibt es in den vorhandenen Quellen auch unterschiedliche Aussagen!

Die Hütte war von der Abtei Steinfeld errichtet worden. Deswegen kam es zwischen Steinfeld und Kurköln zu einem langen Rechtsstreit. Der Kurfürst von Köln behauptete, die Abtei Steinfeld habe 1728 ohne den Kurfürsten zu fragen eine neue Schmelze, einen neuen Hammer und einen Marmorsteinbruch eingerichtet.

Im Jahre 1746 rückte ein kurkölnisches Kommando an; Der Offizier erklärte die gesamte Anlage für konfisziert. Juristen nahmen sich der Sache an, ein jahrelanger Rechtsstreit begann. Der Rechtsstreit lässt sich bis zur Auflösung des Alten Reiches verfolgen (P. Neu, Eisenindustrie in der Eifel, S. 181).

Im Jahrbuch 2007 des Kreises Euskirchen wurde dies in einem Beitrag " Die Steinfelder Hütte zu Urft" anders beschrieben. Hier ist dieser Vorgang der Steinfelder Hütte zu Urft zugeordnet.

Es heißt: >>> Die Hofkammer weist den Schultheißen Eilertz zu Eiserfey- das Dorf zählte zum königlichem Dingstuhl Weyer- an, Karren sowie Hand- und Spanndienste für die Kommissare zu beschaffen.

Am 3. August 1746 gegen 7 Uhr erschienen die Kommissare in Begleitung eines aus Zülpich angerückten Grenadierkommandos von rund 30 Mann auf der Schmelz und daran gelegenen Hammer. Sie forderten von Hammermeister Niclas Lenzen die Schlüssel zu den Schuppen für das fertige Eisen (Eisenstitzen). Als Lenzen zuerst in Steinfeld Instruktionen einholen möchte, wie er sich verhalten solle, drohen die Grenadieredamit, die Türen mit Feuerhämmern und Brecheisen gewaltsam einzuschlagen.Die Kommissare finden 62 Stück Stabeisen, von denen sie 38 Eisenstäbe von verschiedener Größe und Caliber auf Karren laden zu lassen. Die Schlüssel werden einbehalten. Der Zugang zum nicht verschließbaren Hammerbau wird mittels eines hölzernen Tür- Baums versperrt<<<.

Später im Text heißt es: >>> Nun beginnt der Abtransport des Pfandgutes. Wegen seiner Zerbrechlichkeit lässt man das Kreuz schon bei dem Schöffen Latz zu Weyer zurück, das Stabeisen und die Güß werden beim Schultheißen Eilertz in Eiserfey in Verwahr gegeben. Das Grenadierkommando  kehrt in aller Frühe bei durchaus gehaltener guter Manneszucht in die Garnison zurück<<<.

(Quelle: Jahrbuch 2007, Kreis Euskirchen, Die Steinfelder Hütte zu Urft, von Manfred Konrads, Seite 39) 

 

 

Zeichnung: Hochofen Eiserfey um 1840

Quelle: Karstens "Handbuch der Eisenhüttenkunde"

Der Hochofen war bis etwa 1860 in Betrieb.

Beide Hütten wurden 1829 zusammengefasst. Am 6. August 1829 wurde den Geschwistern Eilerz und Konsorten für das ihnen gehörige Eisenhüttenwerk zu Eiserfey durch das preußische Innenministerium in Berlin die Permission (Genehmigung) erteilt. Darin heißt es: >> Den Eigentümern des Eisenhüttenwerks  Altwerk zu Eiserfey, namentlich: Geschwister Karl Theodor und Maria Anna Eilertz, wohnhaft zu Eiserfey, Theodor Latz daselbst, .. wird zur gesetzlichen Berechtigung dieses seit längerer Zeit bestandenen und fortwährend im Betrieb gewesenen Hüttenwerks der gegenwärtige Permissionsakt erteilt ..  besteht dieses Hüttenwerk aus einem Hochofen mit einem Schlackenpochwerk und einem Stabhammer mit einem Frisch- und einem Wärmefeuer. Die Hochofenhütte liegt am oberen Ende des Dorfes Eiserfey, am östlichen Arm des Feybaches , welcher die zwei oberschlächtigen Wasserräder des Gebläses und des Schlackenpochwerks betreibt. Die Hammerhütte liegt unterhalb des Dorfes und benutzt für die drei Wasserräder, der beiden Gebläse und des Hammers sowohl jenen östlichen, als den westlichen von Urfey herabkommenden Arm des Feybachs.<<

In dieser Zeit florierte die Eisenfabrikation noch einmal in Eiserfey. In verschiedenen Quellen wurde hier von 3400 u. 9000 Zentner Eisenproduktion berichtet.

Die Hochöfen brauchten zur Gewinnung des Eisens Holzkohle, die aus den umliegenden Waldungen gewonnen wurden. Noch heute gebräuchliche Flurnamen deuten auf die Örtlichkeit hin, wo die Kohlemeiler gebrannt haben. Der Taleinschnitt in östlicher Verlängerung der Straße "Im Wiesental" heißt heute noch "Kolldell" (Kohlental).
Dieser Taleinschnitt fällt sehr steil zur Talsohle des Veytals ab, war daher für die Tragtiere (Esel), die den Abtransport der Kohle bzw. den Antransport des Holzes besorgten, zu steil. Der südlich des "Kolldell" gelegene Taleinschnitt ist weniger steil und mündet auf der Höhenlinie in die "Kohldell" ein. Dieser heißt heute noch "Öselsdell" (Eseltal). Es ist also schlüssig, dass sich der An- und Abtransport durch die "Öselsdell" vollzog.

Zu jeder Hütte gehörte ein über 30m langes Fachwerkhaus, das als Kohleschuppen, Lagerhaus und Stallung für die Tragtiere diente. Diese Häuser wurden nach Erlöschen der Hochöfen zu Wohnhäusern umgebaut. Beide wurden  im 2. Weltkrieg zum Teil zerstört, aber teilweise wieder hergerichtet.
Am "Alten Hammer" steht das Haus parallel, an "de Hött" senkrecht zur Straße (B477). Sie fallen heute noch durch ihre Länge aus dem übrigen Baurahmen heraus.

Auf Lagerstätten des Eisenerzes bei Eiserfey weisen heute noch die Bergnamen "Ruedebergs-Kitz" und "Ruedeberg" (Rotberg) hin. Tatsächlich gibt es noch einen Stollen, der von der Talsohle in den "Ruedeberg" hineinführt. Im 2. Weltkrieg  diente dieser als Luftschutzbunker für die Eiserfeyer Bevölkerung. Nach dem Krieg wurde er wegen Einsturzgefahr vermauert.

Ebenso ist an der anderen Talseite ein weiterer Stollen, der ebenfalls im 2. Weltkrieg als Bunker diente. Auch er wurde nach dem Krieg vermauert.

Ein weiteres Abbaugebiet lag zwischen Eiserfey und Vollem am Hang hinter dem ehemaligen Haus des Johann Huth. Hier befand sich offensichtlich auch eine Aufbereitung, wo der gebrochene Eisenstein u. a.  gewaschen wurde. 

Während es über den Hochofen von Eiserfey- Neuwerk einen genauen Hinweis in "Karstens Handbuch der Eisenhütten" gibt, ist auf eine Situationszeichnung des Eisenwerks "Alten Hammer", die in der Franzosenzeit (1794-1814) entstanden ist (siehe Abbildung), nur noch die Rede von einem Eisenhammer. Risszeichnungen aus dem Jahre 1825 geben einen Einblick in die Arbeitsweise des "Hammers". 

 

Abzeichnung vom Original

Die Abbildung ist nicht datiert, der französische Text weist jedoch darauf hin, das die Karte in der Franzosenzeit zwischen 1794 und 1814 entstanden ist.  

  

Original bei Familie Borker (Eiserfey)

Situationszeichnung, in Franzosenzeit entstanden

Erläuterung der Abbildung:

A: Eisenhammer

B: Kohleschuppen, den Erben Henseler gehörend

C: Haus, von den Arbeitern bewohnt

D: Kohleschuppen, Herrn Eilertz gehörend

E: Wasserstaubecken für Wasserräder

Die Karte trägt folgende nach- trägliche Eintragung in deutsch: Klär- sumpf zur Klärung der bei den Eisen- stein- Waschereien verunreinigtem Wasser!

Der "Hammer" war eigentlich ein Stahlwerk. Das im Hochofen gewonnene Eisen wies noch starke Verunreinigungen auf, so dass es nur als sprödes Gusseisen verwendet werden konnte. Um es schmiedbar zu machen, bedurfte es der Veredelung. Durch erneutes Erwärmen im Frischfeuer wurde das Roheisen durch einen starken Luftstrom, den die Bälge erzeugten gefrischt, d. h. durch Oxidation wurden die Beimengungen, vor allem Kohlenstoff, der aus dem Reduktionsprozess im Hochofen stammte, in dem Eisen zur Schlacke verbrannt. Diese wurde dann, soweit sie nicht im Frischfeuer abgestoßen wurde, mit dem Hammer vom Eisen getrennt.

In der Mitte des 18. Jahrhundert kommt die Eisenindustrie in der Eifel zum Erliegen.



Die Gründe für den Niedergang der Eisenindustrie waren neben dem Holzraubbau (der weite Wege zum Antransport des Holzes zur Folge hatte), der Konkurrenz der Steinkohle, auch die unvorstellbar schlechten Straßenverhältnisse. Die preußische Regierung zögerte den Straßenbau in der Eifel hinaus.

Hier und da entstanden so genannte Prämienstraßen, auf denen fremde Fuhrwerke Wegegeld bezahlen mussten. Diese Prämien mussten an die Prämienpächter, die für die Unterhaltung dieser Straßen zu sorgen hatten, abgeführt werden. Durch Eiserfey führte auch eine Prämienstraße (siehe Abb.). Am Gasthof Walber (heute Römerstube, siehe Foto) war u. a. ein Schlagbaum,  an dem Wegegeld zu entrichten war. 

  

(Gasthof Walber, >heute Römerstube< um etwa 1920 u. 1921)

Am alten Saalbau sind noch die Halte-schilder für Fahrzeuge erkennbar, die hier die Straßenmaut für die Prämien-straße zahlen mussten.

 

Original im Besitz der Familie Borker

Situationsplan(1864)

Situationsplan: von dem Bestande der äußeren Wasserwerke des früheren Eisenwerks Alter Hammer unterhalb Eiserfey zur Einrichtung einer Holzschneidemühle aus dem Jahr 1864

1864 stellt der Fabrikant Theodor Strunk aus Eiserfey den Antrag, das "frühere "Eisenwerk  "Alter Hammer" zu einer Holzschneidemühle umbauen zu dürfen. 1885 erhielt dieser die Genehmigung zum Umbau (lt. Polizeiliche Genehmigung I Nr. 26456, die sich schriftlich in den Händen der Familie Borker aus Eiserfey befindet). 
Eine Situationskarte von 1880 ( heute  im Besitz der Familie Borker) weist aus, dass die Firma Simon und Ullrich, Eisengießerei zu Marienau bei Mechernich,eine Ofenschleiferei in dem Gebäude des "Alten Hammer" errichtet hat. 1922 war die Schleiferei im Besitz des "Hilden Matthias", Ingenieur aus Cöln (laut Katasterauszug). Die Weltwirtschaftskrise setzte der "Schlief", wie sie alte Leute gelegentlich nannten, ein Ende. 

Das 5 m hohe und 1,3m breite oberschlächtige Wasserrad ruhte, bis Anfang der dreißiger Jahre der Huf- und Wagenschmiedemeister Matthias Theisgen das Gebäude erwarb und dort seinen Schmiedebetrieb aufnahm. Nun trieb das Wasserrad wieder Blasebalg und Hammer. Nach dem 2. Weltkrieg gab Matthias Theisgen die Schmiede auf. Das Gebäude wurde nach einem Brand komplett in ein Wohnhaus umgebaut.

Der jetzige Besitzer, Werner Borker (Schwiegersohn von Matthias Theisgen), restaurierte das Wasserrad liebevoll, und nutzte es zur Stromerzeugung. Leider nagte der Zahn der Zeit am oberschächtigem Wasserrad, so dass es nicht mehr zur Stromerzeugung genutzt werden kann. Zur Stromerzeugung soll nun eine Turbine eingesetzt werden.

Über das Schicksal der Hütte Eiserfey- Neuwerk liegen nicht so viele schriftliche Zeugnisse vor. Paul Schroeder nennt als Besitzer im Jahre 1836 Fr. Jo. Eillarz und Witwe Fingerhuth aus Eiserfey.

Das Wasserrad "an de Hött" lieferte nach dem Niedergang der Eisenindustrie in der Eifel später ebenfalls die Kraft für ein Sägewerk, das der vielseitige Unternehmer Everhardt Esser dort in Betrieb nahm.
Der Unternehmer Esser betrieb neben dem Sägewerk noch Landwirtschaft, Steinbrüche, und einen Kalkofen, der auf dem heutigen Wohngrundstück des verstorbenen Landwirtes Aluis Junker (zur Kakushöhle) lag. Über die Geschäfte des Everhardt Esser gibt u. a. Anonce aus dem Jahr 1909 Auskunft.

Anonce aus dem Jahr 1909 ( E. Esser, Eiserfey)

Auch als Sägewerk hielt der Betrieb den Namen "Hött" bei.  Als es in einer Nacht einem Brand zum Opfer fiel, weckte ein Anwohner die Leute mit dem Ruf: "Löck stooht op, de Hött bröht!" Ebenfalls in der Weltwirtschaftskrise blieb das Sägewerk stehen. Das Gebäude wurde zur Ruine. Im Zuge der Dorfverschönerung legten die Dorfbewohner in den 70er Jahren dort im Hand- und Spanndienst eine Parkanlage an. 
 

Die industrielle Vergangenheit verdankte der Ort Eiserfey seinem Waldreichtum, seinen Bodenschätzen und seiner Wasserkraft, die der Bach, der mit starkem Gefälle den Ort durchfließt, lieferte. Bei der Gewinnung von Eisen waren alle drei Komponenten, Wald, Bodenschätze und Wasserkraft von Bedeutung. Liegen für diesen Industriezweig auch nur schriftliche Nachweise aus den letzten Jahrhunderten vor, so ist es doch im höchsten Maße wahrscheinlich, dass auch in den davorliegenden Jahrhunderten Eisen in und um Eiserfey erzeugt wurde. 

Sicherlich haben schon die Römer durch ihre genaue Ortskenntnis, die sich aus dem Bau der römischen Wasserleitung nach Köln ergibt, hier schon Erz geborgen und verhüttet. Auch die keltischen Ureinwohner, denen der Ort seinen Namen verdankt, haben aufgrund der Namengebung hier schon nach Eisenerz gegraben und es verhüttet.