Eiserfeyer Mühle Falkenstein

Historie des Mehlmahlens und der Eiserfeyer "Mühle Falkenstein"

Foto: Wolfgang Meyer

Mühle "Falkenstein" im Jahr 2008

Nur der Wasserkraft verdankt ein anderes Gewerbe die Existenz, das Mehlmühlengewerbe.


Bis Ende des 18. Jahrhunderts, also bis zu der Zeit, als Napoleon den linksrheinischen Gebieten eine neue Rechtsordnung (Code Napoleon) brachte, übte der Kurfürst und Erzbischof von Köln seine Herrschaft über Eiserfey aus. Er vergab auch die Rechte, eine Mühle zu errichten. So stammte die Eiserfeyer Mühle sicherlich aus dieser Zeit.

Die Mahlmühle in der Ortsmitte von Eiserfey wird schon in einem Weistum von Vussem aus dem Jahre 1597 als Zwangsmühle für Vussem erwähnt.

Aus einer Mühlenakte aus den Jahren 1738-40 geht hervor,  dass diese Mühle einige Jahre zuvor errichtet wurde. Damals musste der Eiserfeyer Müller Joist Cremer dem Kurfürsten von Köln eine Gebühr von einem Reichstaler als sogenanntes Flußgeld zahlen. Durch die Konkurrenz der Mühlen in Dreimühlen und Vollem geriet Joist Cremer in arge Not.

 1738 wendete er sich in einem Brief an den Kurfürsten und schrieb:

"Wegen der vor fünf Jahren in Vollem und vor drei Jahren in Dreimühlen neu errichteten Mahlmühlen sei ihm an seiner von seinen Eltern ererbten und vor undenklichen Zeiten erbauten Mahlmühle sein bis dahin gehabtes Gemähl völlig genommen. Seinen Kindern fehle das Brot und seinem Vieh die Atzung (Futter), und er sei gezwungen, seinen Kindern den Bettelstab in die Hand zu geben. Er bittet, ihm die schon zwei Jahre rückständigen Gebühren jetzt und künftig >> ums Gottes willen<< zu erlassen.

Foto: Wolfgang Meyer

Innenansicht der Mühle,

Die Herrscherhäuser errichteten die Mühlen und verpachteten sie. Die Müller erhielten ihren Mahllohn von den Bauern durch Molter, das heißt, sie behielten eine gewisse Menge des Mahlgutes als Bezahlung für sich.

Jeder Müller hatte seinen "Huchet", d. h. er war für einen bestimmten Bereich zuständig. Die Bauern mussten in der Herrenmühle  mahlen lassen.

Foto: Wolfgang Meyer

weitere Innenansicht

Diese Mühle galt als Zwangsmühle, auch Bannmühle genannt. Sie war somit auch für die Orte Urfey, Vollem, Kallmuth, Lorbach und Keldenich zuständig.

Der Müller musste das Getreide bei den Bauern abholen und das Mehl zurückbringen. Das geschah mit Tragetieren (Esel) oder später bei ausgebauten Wegen mit der Müllerkarre. Diesen Brauch hielten die Müller, wie auch das Moltern,  auch bis in die Neuzeit bei, nachdem Napoleon die Mühlenverordnungen aufgehoben hatte und die Mühlen im Privatbesitz übergingen.

Dem  Moltern haftete immer ein bisschen der Geruch des Unredlichen an. Josef Bauer berichtet in einem Aufsatz über das Mühlenwesen im Veybachtal, dass die Leute von diesem oder jenem Müller behauptet hätten: " Häe versteeht at Moltere beißte wie et Mahle".        Oder:" Osem Mölle seng schwerste Ärbede sen et Moltere on et Bichtejohn.

Der letzte Müller von Eiserfey, Hubert Falkenstein (gestorben 1961), wurde im Volksmund neben "Mölle Hoppert" auch Moltehoppert" genannt.   Nach dem Tode des letzten Müllers von Eiserfey, Hubert Falkenstein, im Jahre 1961 blieben die Mahlsteine der Eiserfeyer Mühle stehen. 


Foto: Wolfgang Meyer

Wohnhaus Mühle Falkenstein im Jahr 2008

Die Mühle ist jetzt nur noch Wohnhaus und in Privatbesitz. Das Wasserrad wurde, weil es zu verrotten drohte, im Jahre 1982 restauriert.

Der Betrieb der Mühle lohnte sich aber einfach nicht mehr. Heute ist sie wie ein Museum hergerichtet. Nur aus reiner Liebhaberei drehen sich noch ab und an die alten Zahnräder                           

 

Foto: Wolfgang Meyer

Mühlentag 2011