Unsere Heimat

Heimat ist das Land oder die Gegend, wo man geboren und aufgewachsen ist oder wo man sich zu Hause fühlt, weil man schon lange dort wohnt.

 

Geschichtliche Entwicklung des Ortes Eiserfey

von Wolfgang Meyer

In Orten mit Burgen oder Klöstern bestimmten meist die Burgherren oder Abte Entwicklung und Geschichte, und dort, wie z.B. in Münstereifel, lässt sich die Ortsgeschichte oft aus umfangreichen Urkundensammlungen ablesen. Eiserfey hat im Laufe der Geschichte viele Grundherren gehabt, die über Besitztümer oder Rechte in unserem Dorf verfügten, bzw. für sich beanspruchten. Es wurden Forderungen erhoben, Verträge geschlossen, Besitztümer getauscht, geteilt und verschenkt, oder Rechtsstreitigkeiten ausgefochten. Die schriftlichen Quellen zu diesen Vorgängen sind teils ver­schollen, teils weit verstreut in Archiven. In der Darstellung kann man sich nur auf die Quellen beziehen, zu denen Geschichtsforscher oder man selbst Zugang hatte. Die Darstellung der Ortsgeschichte wird daher immer Lücken aufwei­sen. Eine ausführliche Darstellung aller uns bekannten Dokumente würde den Rahmen dieser Schrift sprengen.

Die Geschichte des Ortes beginnt mit seiner Nennung in der Urkunde von 867. Zu dieser Zeit gehörte unser Gebiet zum Eifelgau des Mittelfränkischen Reiches. König war Lothar II., Gaugraf der in der Urkunde erwähnte Matfried. Die ei­gentlich als Verwaltungsbeamte des Königs bestellten Gaugrafen betrachteten mit der Zeit ihre Grafschaften mit Land, Häusern und Wasserrechten zunehmend als ihren persönlichen Besitz. Viele Adelige in der Eifel schafften sich daneben ihre kleinen Herrschaftsbereiche. Auch die Klöster, wie Prüm, Steinfeld und Münstereifel, erwarben weitverstreute Besitztümer, so auch einige in Eiserfey.

Im Hochmittelalter wurde der Kurfürst und Erzbischof von Köln Landesherr des Ortes. Verwaltungsbezirk war das Amt Hardt, dessen Berggericht in Eiserfey eingerichtet wurde. Bis zur Franzosenzeit blieb Eiserfey bei Kurköln, wobei außer dem Kurfürsten auch noch mehrere weltliche Herren und Klöster Besitz und Rechte in Eiserfey hatten.

 

Im Oktober 1794 rückten französische Revolutionstruppen ins Rheinland ein. Die mittelalterlichen Herrschaftsstrukturen fielen wie ein Kartenhaus zusammen. Adel und Kurfürst flohen ins unbesetzte rechtsrheinische Ge­biet. Klöster und Kirchen wurden enteignet. In den folgenden zwanzig Jahren gehörte das linksrheinische Gebiet zum französischen Reich Napo­leons. Napoleon ließ Bevölkerung und Gewerbebetriebe genau erfassen. Die Verwaltungsbezirke wurden neu geordnet. Die Gemeinden Weyer, Ei­serfey, Vollem, Zingsheim und Kallmuth wurden der »Mairie de Weyer« (Bürgermeisterei) mit Verwaltungssitz in Eiserfey zugeordnet. Die 1803 im Auftrag von Napoleon von Oberst Jean Tranchot erstellte Landkartenauf­nahme der Rheinlande (Auszug: Bild oben), vermittelt ein recht genaues Bild von der Besiedlung, der Landschaft und dem Wegenetz der damaligen Zeit.

Der Wegfall der Zollgrenzen nach Westen und die wegen der kriegerischen Zeiten hohe Nachfrage nach Eisen und Blei eröffnete neue Absatzmärkte für die Erzeugnisse der Eisengruben, Hammerwerke sowie der Bleibergwerke.


1815 setzte die preußische Regierung hier Beamte aus den alten preußischen Provinzen ein. Die Bevölkerung nahm daran Anstoß und fühlte sich bevormundet. Obwohl die Regierung in den folgenden Notjahren mit wirtschaftlichem Rückgang und Missernten die Menschen in der Eifel, dem »preußischen Sibirien«, unterstützte, sehnten sich viele insgeheim nach den goldenen Zeiten unter französischer Herrschaft zurück.

Haus Latz, ehemals Wohnung der Eisenfabrikantenfamilie Latz und bis 1848 Bürgermeisteramt.

Der Ruf nach mehr Demokratie und Freiheit fand im Revolutionsjahr 1848 auch hier offene Ohren. Aus diesem Jahr berichteten Augenzeugen: Ein Soldat der Kölner Garnison kehrte zu später Abendstunde in sein stilles Heimatdorf Weyer zurück, die Freiheit zu verkünden und seine Landsleute für die neue Idee zu begeistern. Noch in derselben Nacht wurde zum Sammeln geblasen. Die Männer strömten zusammen. Die Verkündigung der Freiheit wurde von einem großen Teil der Einwohnerschaft, die mit der Gemeindeverwaltung höchst unzufrieden war, mit großer Begeisterung aufgenommen. Es wurde beschlossen, das Amt zu Eiserfey zu stürmen. Mit den Freiheitsabzeichen geschmückt, zogen 30 bis 40 Mann unter Donner und Blitz mit einem Fuhrwerk gegen Eiserfey, die Verwaltung zu stürzen. Der Amtmann und sein Sekretär, die von dem Aufstand frühzeitig Kunde erhalten hatten, ergriffen die Flucht. Der Amtmann floh sogar aus dem Vaterland, der Sekretär hielt sich in der Gegend versteckt. Infolgedessen hatten die Erstürmer leichtes Spiel. Sie sprengten die Tore und Türen, packten die Akten und Bücher und das ganze Mobiliar bis zum Sand- und Tintenfass zusammen, luden alles auf den Karren und fuhren nach Weyer zurück. Von dort wurden die Sachen nicht mehr nach Eiserfey zurückgebracht.

Dieses Ereignis hatte zur Folge, dass die Amtsverwaltung nach Zingsheim verlegt wurde. Auch, weil Bürgermeister Schruff aus Zingsheim, wie berichtet wurde, ins Ausland geflüchtet war, gab es Neuwahlen. Im Jahre 1848 wurde Hubert Hamacher aus Dreimühlen zum Vorsteher von Eiserfey (Bürgermeisterei Weyer, Sitz Zingsheim) gewählt. Er war viele Jahre Gemeinderatsmitglied und Schöffe.

Zwei Jahre später, 1850, vereinigten sich die Einzelgemeinden Weyer, Eiserfey und Vollem/Urfey zu einer Gemeinde, so dass von diesem Jahr an die Bürgermeisterei (Gesamtgemeinde) aus den Einzelgemeinden Zingsheim, Weyer und Kallmuth bestand, mit dem Verwaltungssitz Zingsheim.

Die Eiserfeyer haben mehrfach versucht, wenigstens in Teilbereichen eine Eigenständigkeit zu erhalten: 1731 bauten sie eine Kapelle und eine Wohnung für einen Geistlichen. 1748 wird erstmals ein Geistlicher als Rektor in Eiserfey erwähnt. Ihre Verstorbenen mussten die Eiserfeyer noch lange danach auf dem Friedhof in Weyer beerdigen lassen. Erst 1874 wurde ein Kirchhof in Eiserfey eingerichtet. Bis 1914 blieb Eiserfey als Rektoratsgemeinde eine Filiale von Weyer.

Neubau der Schule Eiserfey

Um eine eigene Schule für ihre Kinder bemühten sich die Eiserfeyer schon 1820, fünf Jahre vor der Einführung der allgemeinen Schulpflicht durch die preußische Regierung. Damals unterrichtete ein Herr Schneider aus Zingsheim die Kinder in einer sogenannten „Winkelschule“. Dies wurde ihm jedoch durch die Regierung bald aufs strengste verboten. Bis 1865 mussten die Kinder von Eiserfey die Schule in Weyer besuchen. Danach wurde in einem Privathaus Unterricht gehalten. 1870 eröffnete die Schule am Alten Weg.

Im Januar 1911 setzte sich auf Beschluss der Gemeinderat zwecks der Wasserversorgung von Vollem und Eiserfey mit Mechernich in Verbindung, um zu sehen, ob und zu welchem Preis man dort Wasser abgeben werde. Der Bau der Wasserleitung von Vollem nach Eisefey wurde im Juni 1911 vom Rat beschlossen. Im September 1920 wurde als Wasserwärter Peter Mießeler (Klöre Hannes) gegen eine monatliche Vergütung von 10 Mark bestellt. Am 1.Dezember 1930 wurde die Wasserwärterstelle für Vollem/Eiserfey dem Bewerber Franz Michael Mießeler gegen eine Vergütung von 40 Reichsmark übertragen.

Für Eiserfey und Vollem wählte der Gemeinderat im Februar 1919 einen Bezirksvorsteher. Gewählt wurde der Ackerer Paul Frings. Sein Stellvertreter wurde der Postagent Alex Latz. Die Dienstaufwandsentschädigung betrug 100 Mark.

Im November 1920 bildete sich die sogenannte Elektrizitätskommission. Mitglieder dieser Kommission waren: die Mitglieder des Gemeinderates, Heinrich Arens – Eiserfey, Sparkassenrendant Strunk aus Weyer, Maurermeister Wassong aus Weyer, Pastor Firmenich aus Weyer, Johann Huth aus Weyer, Johann Wilhelm Mießeler aus Eiserfey.

Im September 1921 wurde die eventuelle Aufnahme eines Darlehns bei der Kreissparkasse für den Bau der elektrischen Anlage beschlossen. Angesichts der außerordentlich schlechten Stromversorgung ist im November 1922 der Ausbau der elektrischen Lichtleitung beschlossen worden. Der Ausbau sollte zunächst zu 50% durch ein Darlehen finanziert werden. Die restlichen 50 % auf die Lichtstellen umgelegt und von den Teilnehmern aufgebracht werden. Laut Beschluss (21.6.1924) wurden die Kosten für die Straßenbeleuchtung von der Gemeinde übernommen.

Zum Bezirksvorsteher für den Ort Eiserfey wurde im Juni 1924 Heinrich Naßheuer aus Eiserfey gewählt. Sein Stellvertreter wurde Alex Latz aus Eiserfey. Im November 1924 wurde der Bezirksvorsteher neu gewählt. Die Wahl fiel auf Josef Mießeler aus Eiserfey. Bereits im Januar 1925 wählte man den bisherigen Bezirksvorsteher Frings. Im Dezember 1929 übernahm das Amt des Bezirksvorstehers der Invalide Paul Frings, sein Stellvertreter wurde der Invalide Johann Mießeler aus Eiserfey.

Aus verschiedenen Aufzeichnungen (Protokolle, sonstige Dokumente) ist ersichtlich, die Weltwirtschaftskriese hatte auch das Dorf Eiserfey in arge Not gebracht. Ein Dorf, das noch 100 Jahre vorher und bis zur Jahrhundertwende 1900 wegen seiner industriellen Möglichkeiten nicht zu den armen Dörfern der Eifelregion zählte.

  

In der Chronik der Bürgermeisterei in Weyer (Auszüge: siehe Tabelle) sind einige interessante Daten aufgeführt:

1850

Ausbau der Straße Commern>Tondorf, verbunden mit hohen Kosten für die Gemeinden.

1855

Der Bleiberg zog durch seinen fortwährenden schwunghaften Betrieb die größte Zahl der Tagelöhner an sich. Betrieb der Eisensteinbergwerke in den Ortschaften Weyer und Eiserfey rückläufig. Hauptgrund hierfür waren die sehr hohen Abgaben an die Firma Eilertz aus Eiserfey zum Betrieb von Bergwerken auf den Gemarkungen besagter Ortschaften.

1857

Antrag auf Errichtung einer Schule in Eiserfey wurde vom Gemeinderat aus Kostengründen abgelehnt.

1859

Es wurde kaum noch nach Eisenstein gegraben. Neue Erwerbsquelle in der Gemarkung Vollem und Eiserfey    durch Gewinnung des bis dahin unbekannten sogenannten Roteisensteines.

1862

Bau der sehr kostspieligen Prämienstraße zwischen Weyer, Dreimühlen und Eiserfey.

1865

Durch den Betrieb des Bleibergwerkes und der umgeänderten Eisenhütten in Eiserfey zur Holzschneidemühle und Pulverfabrik entstand ein Mangel an Arbeitskräften für die Ackerwirtschaft.

1866

Bau der Prämienstraße in Eiserfey wurde vollendet.

1867

Die Poststrecke von Tondorf nach Mechernich wurde eingerichtet.

1868

Löhne der Tagelöhner sind wegen des Ausbaues der Bahnstrecke im Urfttal sehr hoch. Der Tagelohn beträgt 20-25 Groschen.

1870

Brand in der Pulvermühle in Eiserfey, leichte Brandschäden.

1872

Hubert Hamacher aus Dreimühlen nimmt seine Entlassung als Gemeindevorsteher entgegen.

1874

Tagelohn eines Tagelöhners: 1 Taler. Kirchhof in Eiserfey eingerichtet.

1850-

1879

Viele Todesfälle durch die Seuchen Pocken, Fleckfieber und Scharlach!

1883

Errichtung einer chemischen Fabrik in Eiserfey. Sie diente der Gewinnung von Berliner Bläue und schwefelsaurem Ammoniak. Wurde 1885 wieder geschlossen.

1884

Vom Mechernicher Bergwerks-Aktienverein wurde von Mechernich bis hinter Buchenbusch auf
Abschied eine Drahtseilbahn errichtet.

1886

Entlassung von Arbeitern am Bleiberg.

1887

Everhard Esser aus Weyer richtet in Eiserfey eine Holzschneidemühle ein.

1890

Steinbruch auf Hausen eröffnet. Die Seilbahn wurde bis dahin verlängert. Dort wurden viele Arbeitsplätze geschaffen.

1902

Kronprinz besucht auf der Durchreise zur Jagd auf Schloss Schmidtheim die Kakushöhle.

1903

Im Sommer wurde der Betrieb der Pulverfabrik Eiserfey infolge schlechten Geschäftsganges eingestellt.

Auch die Zeit des Nationalsozialismus, mit Ernennung von Adolf Hitler zum Reichskanzler, ging an Eiserfey nicht spurlos vorüber. So fanden 1936 in der Eifel Herbstmanöver statt. Für 14 Tage wurden in Eiserfey Soldaten einquartiert. Im Mai 1938 zogen 80 Schüler in die neuerbaute Schule ein. Im Rahmen der Westbefestigung wurden im August die Säle Sistig und Walber zu Lagern umgebaut. Die Revierstube befand sich im Hause Christian Harperscheidt. Außerdem wurden weitere Arbeiter und Kraftfahrer in Privathäusern untergebracht.

Für den Feldzug im Westen wurden im Frühjahr und Winter 1940 Truppen in der Eifel zusammengezogen. In Eiserfey wurden 2 Kompanien, der Bataillonsstab und das Krankenrevier untergebracht. Schulen und Säle wurden mit Soldaten belegt. Der Krieg dehnte sich in alle Himmelsrichtungen aus. Einige Fakten, die für Eiserfey relevant sind, werden im folgendem beschrieben:

Eiserfeyer "Mädchen" inmitten stationierter Truppenteile

1941 gab es Lebensmittel nur noch auf Lebensmittelkarten. In der Schule wurde eine Sammelstelle für Heilkräuter eingerichtet. Im September 1942 wurde die St. Barbaraglocke der Kirche Eiserfey zum Einschmelzen für Kriegsmaterial abtransportiert. 1944 verlegte man die Post aus dem Hause Latz in das Haus Lauterbach. Über dem Rheinland tobte der Luftkrieg und im September 1944 wurden die Schulen geschlossen. Die 14 bis 15jährigen kamen zum Schanzeinsatz. Im Januar 1945 erlebte Eiserfey einen schweren Bombenangriff. Größere Schäden gab es „Am Hammer“. Das Anwesen Josef Schmitz erlitt große Beschädigungen. „Warbels Schüe“ gegenüber der Schmiede Theisgen wurde total zerstört. Menschen blieben unverletzt.

"Warbels Schüe" mit nebenstehendem Wohnhaus vor dem Bombenangriff im Januar 1945.

Bild zeigt Margarete Schmitz mit Tochter Agnes.

Foto: Wolfgang Meyer

So sieht das Gebäude nach dem Wiederaufbau heute aus

Wo die zerstörte Scheune gestanden hat, wurde nach dem 2. Weltkrieg eine Wohnung gebaut.

Das Fernamt von Kall kam in die Eiserfeyer Schule. Die Kreisleitung verlegte man nach Eiserfey. Soldaten, Arbeitsgruppen der Organisation Todt, Jugendliche zum Schanzen und viele Personen hielten sich abwechselnd in Eiserfey auf. Im März 1945 wurde Matthias Josef Mießeler als Ortsvorsteher eingesetzt. Gegen Mittag des 6. März 1945 lag Eiserfey unter Artilleriebeschuss. Zwei Salven trafen das Haus Gerhards. Dabei kam Margarete Gerhards ums Leben. Auch der Kirchturm, das Haus Lauterbach, Haus Latz und das Rektorenhaus wurden beschädigt. Militär, Partei und andere Organisationen setzten sich klammheimlich ab

In Eiserfey bemerkte man in den folgenden Wochen und Monaten kaum etwas von der Besatzung. Eine Ausgangssperre am Abend wurde verhängt. Alle Bewohner mussten sich registrieren lassen. Durch die Bombenangriffe auf die Strom- und Wasserleitungen gab es zunächst große Versorgungslücken. Lebensmittel konnten nur auf dem Schwarz- und Tauschmarkt bezogen werden.

Eiserfey hatte durch den 2. Weltkrieg zahlreiche Soldaten und drei Zivilisten als Opfer zu beklagen.


Weitere Ereignisse bis zum Jahr 1967 sind der Tabelle, Auszug aus der Schulchronik, zu entnehmen:

01.06.1946

Schulbetreib beginnt nach 2jähriger Pause mit 84 Schülern

17.04.1948

Lehrer Nießen nimmt Schuldienst in Eiserfey wieder auf.

08.08.1948

Der Männergesangverein Eiserfey feiert sein 50. Gründungsfest.

08.03.1950

Gegen 5.25 Uhr erfolgten mehrere Erdstöße.

16.03.1951

Um 10:46 Uhr bebte die Erde 10 Sekunden lang. Auch in Eiserfey wurden Häuser beschädigt.

29.08.1951

Die Schmiede Theisgen brannte in der Nacht ab.

07.04.1952

Arbeiten zur Teilkanalisierung des Hauserbaches beginnen.

31.05.1953

Blindentreffen in Eiserfey.

09.04.1954

Die Schule Eiserfey wird wieder einklassig.

30.11.1954

Nach der Bachregulierung wurde die Dorfstraße (jetzt Hauserbachstraße) erneuert.

21.10.1956

Die neue Orgel erklang zum ersten Mal. Sie wurde zum Preis von 8.900 DM gebaut. 6.000 DM wur- den gesammelt, den Rest übernahm die Kirche.

01.04.1957

Rektor Leugering wird nach 10jähriger Tätigkeit versetzt. Rektoratspfarre Eiserfey wird von Weyer mitversorgt.

Kirmes 1958

Die neue Wendelinusglocke ertönt zum ersten Mal.

26.08.1960

Die Schule in Eiserfey wird wieder zweiklassig.

26.10.1961

Der „Lange Emil“ wird gesprengt.

26.02.1962

Pfarrer Louwen feiert das 25jährige Priesterjubiläum.

März 1964

Die Schule in Eiserfey wird dreiklassig.

18.06.1966

Durch schwere Regenfälle wird Eiserfey überflutet.

31.07.1967

Hauptlehrer Nießen tritt in den Ruhestand.

Mit dem Ruhestand des Lehrers Alfons Nießen aus Eiserfey enden auch die Aufzeichnungen in der Schulchronik. Während seiner Kriegsdienstzeit und der folgenden Gefangenschaft in England, wurde die Schulchronik von den Lehrerinnen Meinhardt und Resch geführt.

1966 erfolgte die kommunale Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen.

Das Gesetz zur Neugliederung von Gemeinden des Landkreises Schleiden wurde am 11. März 1969 verkündet und gliederte die Gemeinden im Landkreis Schleiden (später Kreis) neu.

Durch das Aachen-Gesetz fanden später einige weitere Veränderungen statt, unter anderem wurde der Kreis Schleiden in den neuen, größeren Kreis Euskirchen eingegliedert.

Das Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Aachen (Aachen-Gesetz) wurde am 14. Dezember 1971 beschlossen und steht im Zusammenhang mit der großen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen.

Der Regierungsbezirk Aachen sowie die Kreise Erkelenz, Jülich, Monschau, Schleiden und Selfkantkreis Geilenkirchen-Heinsberg wurden aufgelöst und neu strukturiert.

Zum neu gebildetem Kreis Euskirchen gehörten jetzt Erftstadt, Zülpich, Weilerswist, Schleiden, Mechernich, Euskirchen, Hellenthal, Kall, Nettersheim, Bad Münstereifel, Dahlem und Blankenheim.

Bedingt durch die kommunale Neuordnung im Jahre 1969 wurde das Dorf Eiserfey ein Stadtteil von Mechernich. Der dörfliche Charakter ging dadurch jedoch nicht verloren. Das Straßendorf im engen Fey- bzw. Hauserbachtal ist heute ein reines „Wohndorf“.

In den Jahren 1969 und 1971 erhielt Eiserfey im Landeswettbewerb ”Unser Dorf soll schöner werden“ die Bronzemedaille. Eiserfey entwickelte sich im Laufe der Jahre weiter.

1988 wurde auf Beschluss des Ortskartells ein Ortswappen eingeführt, dessen Gestaltung und Beschreibung Anton Könen aus Mechernich übernahm.

Im Mai 1992 feierte Eiserfey sein 1125jähriges Bestehen. Die größte hervorzuhebende Auszeichnung erhielt Eiserfey im Jahr 1995. Von der Bewertungskommission des Wettbewerbs „Unser Dorf soll schöner werden“, wurde Eiserfey zum Golddorf gekürt.


Quellen und Literatur:

Willi Brüll, Ortsgeschichte von Eiserfey (S. 13- 15), Festschrift zum 1125jährigen Ortsjubiläum, Herausgeber: Ortskartell Eiserfey
Website: http://www.baukultur-eifel.de/gemeinden/stadt-mechernich Seite „Mechernich“
In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 9. April 2011, 21:00 UTC
Auszüge aus der Chronik der Bürgermeisterei Weyer, Stadtarchiv Mechernich
Auszüge aus der Schulchronik Eiserfey 1878 – 1936, Stadtarchiv Mecherrich                                                                                                                                                                                                                                                Michael Linden, Im Spiegel der Beschlüsse des Gemeinderates der Gemeinde Weyer vom 25.4.1883 bis 1.10.1992, nicht veröffentlichte Aufzeichnungen von Michael Linden 1992
Michael Linden, Im Spiegel der Schulchronik vom 1.4.1936 bis 26.7.1967, nicht veröffentlichte Aufzeichnungen von Michael Linden 1992

Erläuterung von Begriffen:

  • Berggericht: ein Gericht für bergrechtliche Angelegenheiten
  • Berliner Blau: ist ein lichtechtes, tiefblaues, mineralisches Pigment und gilt als der erste moderne synthetische Farbstoff Bezirksvorsteher: bewirkten eine Dezentralisierung der Verwaltung, ähnlich dem heutigen Ortsvorsteher
  • Invalide: jemand, der durch eine Verletzung, Krankheit oder Verwundung eine körperliche oder geistige Behinderung hat und dauerhaft arbeitsunfähig ist
  • „Langer Emil“: 1885 Schornstein der Magdalenenhütte (Bleihütte) Mechernich. Mit seinen 134,6 Meter Höhe war der „Lange Emil“ bei der Fertigstellung bis 1888 der höchste Schornstein Europas
  • Organisation Todt (OT): paramilitärische Bautruppe, die den Namen ihres Führers Fritz Todt (1891–1942) trug. Sie wurde nach Kriegsbeginn vor allem für Baumaßnahmen in den von Deutschland besetzten Gebieten eingesetzt. Bekannt wurde sie durch den Ausbau des Westwalls, den Bau der U-Bootstützpunkte an der französischen Küste sowie des „Atlantikwalls“ (verbunkerte Artillerie- und Verteidigungsstellungen).
  • Prämienstraße: Straße für die Wegegeld entrichtet werden musste
  • Rektoratsgemeinde: Quasipfarrei im kanonischen Recht der römisch-katholischen Kirche eine bestimmte Gemeinschaft von Gläubigen, die „wegen besonderer Umstände noch nicht als Pfarrei errichtet ist“
  • Roteisenstein: Hämatit, auch als Eisenglanz, Specularit, Roteisenstein und Roteisenerz bekannt, ist ein sehr häufig vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Oxide (und Hydroxide) mit der Summenformel Fe2O3 und die häufigste natürlich auftretende Modifikation des Eisen(III)-oxids
  • Tagelöhner: hat kein festes Arbeitsverhältnis, sondern bietet seine Arbeitskraft in der Regel immer wieder bei neuen Arbeitgebern kurzfristig an.
  • Tranchot Landkartenaufnahme: Die Kartenaufnahme der Rheinlande entstand ab dem Jahr 1794 unter der Leitung des französischen Oberst Tranchot